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Abdurrahman Sagir, Dieter Häussinger

Significance of SEN virus in post-transfusion hepatitis. Bedeutung von SEN-Viren für die Posttransfusionshepatitis

Schlagworte: hepatitis, SEN-virus, transfusion

Mehr als 80% der viralen Hepatitiden sind durch die Hepatitis-Viren A-E bedingt. Da ca. 20% der Patienten mit einer akuten Hepatitis keine Marker der bekannten Hepatitis-Viren aufweisen, wie auch ca. 10% der Patienten mit einer Posttransfusions-Hepatitis, ist von der Existenz weiterer hepatotropher Viren auszugehen. Das Hepatitis G-Virus (HGV) und das TT-Virus (TTV) wurden als potentielle Kandidaten hierfür bereits in Erwägung gezogen. Das SEN-Virus (SENV) gehört zu einer erst vor kurzem entdeckten Gruppe von DNA-Viren, deren Genotypen SENV D und SENV H mit einer Posttransfusions-Hepatitis assoziiert sind. Bisher konnten acht verschiedene Genotypen (SENV A bis SENV H) isoliert und der Gruppe der Circoviridae zugeordnet werden, zu denen auch das TTV, TUS01, SANBAN, PMV und YONBAN gehören. Beim SENV handelt es sich um ein einzelsträngiges und unverhülltes DNA-Virus in der Größe von ~3.600 bis ~3.800 Nukleotiden mit mindestens drei kodierenden Abschnitten. Die Prävalenz schwankt in Abhängigkeit von Region und Risikogruppe stark. Obwohl die parenterale Transmission sehr wahrscheinlich ist, können weitere Infektionsmodi nicht ausgeschlossen werden. Eine Übertragung von der Mutter auf das Kind konnte nachgewiesen werden. Daten zur akuten oder chronischen SENV-Infektion sind noch rar, sodass weitere Untersuchungen nötig sind, um die klinische Relevanz des Virus weiter zu definieren.

LaboratoriumsMedizin, Walter de Gruyter

Print ISSN: 0025-8466
Volume: 29, 04/2005
Seiten: 104 - 107

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